INTERVIEW

Von Kalifornien zum SOC von Italtel: Der internationale Karriereweg von Gabriele Cantoni

Zwischen Silicon Valley, Cybersecurity und digitalen Infrastrukturen: Wie internationale Erfahrungen seine berufliche Entwicklung geprägt haben

Internationale Wurzeln und Leidenschaft für Technologie

Geboren in Kalifornien und aufgewachsen zwischen dem Silicon Valley und Boston, kam Gabriele Cantoni schon früh mit einem dynamischen Bildungssystem in Berührung, das zahlreiche praxisorientierte Möglichkeiten bot. In den USA absolvierte er Grundschule, Mittelstufe und High School in einem Umfeld, das sich deutlich vom italienischen Bildungssystem unterscheidet: Neben den klassischen Fächern konnten individuelle Spezialisierungen gewählt werden.

Dank dieser Flexibilität konnte er sich bereits früh auf technische und naturwissenschaftliche Disziplinen konzentrieren: Programmierung, Physik, höhere Mathematik und Ingenieurwesen, aber auch Holzverarbeitung, Metalltechnik und digitale Fertigungstechnologien. Unterstützt wurde dies durch modern ausgestattete Labore mit Computern, Maschinen für Holz- und Metallbearbeitung sowie 3D-Druckern.

Der Umzug nach Italien und die Entscheidung für die ITS Academy

Nach seinem Schulabschluss in den USA entschied sich Gabriele, nach Italien – dem Herkunftsland seiner Familie – zu ziehen, um seine technische Ausbildung weiter zu vertiefen. Er suchte gezielt nach einem Bildungsweg, der fundierte theoretische Grundlagen mit einem stark praxisorientierten Ansatz verbindet – ganz im Sinne der Lernmethodik, die er aus den USA kannte.

So entdeckte er die ITS Angelo Rizzoli Academy in Mailand, eine der renommiertesten technologischen Bildungseinrichtungen Italiens und seit 2022 strategischer Partner von Italtel. Der zweijährige Studiengang in Cybersecurity bot ihm die ideale Kombination aus spezialisierten Kompetenzen, praxisnahen Laboren und direktem Kontakt zur Arbeitswelt. Über das im Programm vorgesehene Praktikum kam Gabriele schließlich mit Italtel in Kontakt.

Einstieg bei Italtel und berufliche Entwicklung im SOC

Ausgewählt für ein Ausbildungsprogramm im Bereich Forschung und Weiterbildung innerhalb des Security Operation Center (SOC), zeichnete sich Gabriele schnell durch seine Fachkompetenz sowie seine kollaborative und innovative Arbeitsweise aus. Im Anschluss wurde er als SOC Analyst übernommen.

Seinen Einstieg bei Italtel beschreibt er als äußerst positiv: Er fand ein offenes und kooperatives Arbeitsumfeld mit starkem Teamgeist vor. Von Beginn an wurde er sowohl von einem erfahrenen Senior Tutor als auch von einem jungen, proaktiven Buddy begleitet, der ihn während seines Ausbildungswegs unterstützte. Diese Kombination erleichterte seine Integration und förderte den Aufbau eines eingespielten Teams, mit dem er nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch gemeinsame Momente außerhalb des Büros teilt.

Smart Working, Zusammenarbeit und berufliches Wachstum

Die Möglichkeit des Smart Working – bis zu 50 % der monatlichen Arbeitstage – stellt für Gabriele einen wichtigen Faktor für die Work-Life-Balance dar, insbesondere angesichts der Entfernung zu seiner Familie und seiner Leidenschaft für Reisen. Gleichzeitig entscheidet er sich bewusst dafür, so oft wie möglich im Büro präsent zu sein, da die Teamarbeit im SOC ein entscheidender Beschleuniger für das Lernen ist – vor allem bei der Bewältigung kritischer Sicherheitsvorfälle, bei denen Geschwindigkeit und Effizienz essenziell sind.

Ein großer Teil der Arbeit findet in einem speziellen Raum zur Incident-Management-Steuerung statt, der sogenannten War Room. Dort analysiert das Team Sicherheitsvorfälle in Echtzeit, tauscht sich schnell aus und trifft gemeinsam operative Entscheidungen.

Open Source, Spezialprojekte und Innovationsgeist

Die Rolle als Cybersecurity-Analyst ermöglicht es Gabriele, Aufgaben zu übernehmen, die typischerweise einem SOC Engineer (Level 3) zugeordnet werden. Besonders schätzt er an der Arbeit bei Italtel die Möglichkeit, mit Open-Source-Technologien zu arbeiten und individuelle Lösungen zur Optimierung von Prozessen und Aktivitäten zu entwickeln.

Eines seiner ersten Projekte betraf die Verbesserung der Software zur Steuerung des Monitoring-Videowalls im SOC. Dabei entwickelte er ein neues Dashboard-Management-System mit einer Steuerung, die sowohl über Computer als auch über mobile Geräte genutzt werden kann. Die Lösung wird heute intern eingesetzt und spiegelt seine Fähigkeit wider, Eigeninitiative mit technischen Kompetenzen zu verbinden.

Eine Botschaft an junge Menschen: entdecken und mutig sein

An junge Menschen kurz vor dem Schulabschluss gerichtet, empfiehlt Gabriele, alle verfügbaren Möglichkeiten – Universität, ITS und alternative Bildungswege – offen zu prüfen, ohne sich ausschließlich an den vermeintlich „klassischen“ Entscheidungen zu orientieren. Entscheidungen entsprechend der eigenen Interessen zu treffen, unterschiedliche Kontexte kennenzulernen und möglichst internationale Erfahrungen zu sammeln, sind für ihn entscheidende Hebel, um den eigenen Horizont zu erweitern und neue berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Dabei betont er einen wichtigen Aspekt: Kein Bildungsweg bestimmt starr die Zukunft oder die beruflichen Ambitionen eines Menschen. Entscheidend sind vielmehr Neugier, Flexibilität und die Bereitschaft, durch authentische Erfahrungen zu wachsen.

Blick in die Zukunft

Für die kommenden Jahre sieht Gabriele seinen Weg in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Zu den Erfahrungen, die er als besonders wertvoll betrachtet, gehört auch die Möglichkeit, zeitweise im Ausland zu arbeiten, um sich mit unterschiedlichen technologischen Kontexten auseinanderzusetzen und seine berufliche Perspektive weiter auszubauen.

Sein zentrales Interessengebiet bleibt jedoch das Ethical Hacking, eine Disziplin, die tiefgehende technische Kompetenzen mit analytischem und kritischem Denken verbindet. Sein Ziel ist es, sich zum Red Teamer weiterzuentwickeln – also zu einem Spezialisten, der die Wirksamkeit der Cybersecurity eines Unternehmens durch simulierte, kontrollierte und nicht destruktive Cyberangriffe testet.

Ein beruflicher Weg, der keiner starren Linie folgt, sondern von kontinuierlicher Entwicklung geprägt ist: lernen, experimentieren und dazu beitragen, eine immer robustere digitale Sicherheit aufzubauen.

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